Wer in Voerde eine öffentliche Toilette aufsuchen möchte, der hat es sehr schwer. Besser soll es für Menschen mit Behinderungen werden, die einen Euro-Schlüssel besitzen.

Margret Feuerhahn und Christian Weiß besitzen den Euro- Schlüssel, der ihnen in ganz Europa den Zugang zu Behinderten-Toiletten ermöglicht. Aber das Behinderten-WC im hinteren Bereich des Hauses der Begegnung an der Lindenstraße in Voerde (Zugang vom Parkplatz aus) ist für die Rollstuhlfahrer nur unter großen Mühen erreichbar. Der Grund: eine kleine Erhöhung und der Fluch der Technik lassen sie verzweifeln. Haben sie mühsam mit dem Schlüssel die Tür geöffnet, müssen sie mit dem Rollstuhl zurückrollen. Dann schlägt die Tür aber wieder zu.

Wie das genau abläuft, war bei der Besichtigung zu erleben. Die SPD hatte dazu öffentlich eingeladen. Gekommen war auch der Vorsitzende des städt. Beirates für Menschen mit Behinderung, Karl-Erich Reuter, der schon seit längerer Zeit für die Beseitigung dieses Missstandes eintritt. Reuter sagte auch im Beisein der SPD-Wahlkreisvertreter Günter Koretz, Harald Heuer (beide aus Voerde), dem SPD-Fraktionschef Volker Rauleff, dem Sozialausschuss-Vorsitzenden der Stadt, Jörgen Steinbrink, und dem Vize-Vorsitzenden der Jusos, Marcel Gerunde, dass auch behinderte Menschen, die mit zwei Gehhilfen oder auch mit Rollatoren unterwegs sein müssen, von diesem Missstand betroffen seien. „Ein unmöglicher Zustand“, so seine Worte. Reuter erwähnte auch, dass die Behinderten-Toilette am Milsper Busbahnhof nicht in Ordnung sei und derzeit nicht genutzt werden könne. Ein aufmerksamer Zuhörer war Wolfgang Schrey, der Referent der Bürgermeisterin Imke Heymann. Er brachte eine gute Nachricht aus dem Rathaus mit. Bei den Etatberatungen der Stadt für das Jahr 2023 soll Geld für eine automatische Türöffnungsanlage in Voerde bereitgestellt werden werden. Wenige Meter vor dem WC-Eingang sollen dann die Besucher per Tastendruck die Tür öffnen können. Die Rollstuhlfahrer müssten dann nicht mehr zurückrollen, und die Tür schlage ihnen dann auch nicht mehr vor der Nase zu. Diese Nachricht fand Zustimmung bei allen Beteiligten.

Doch die schon seit Jahren von der SPD geforderte öffentliche Toilette für Voerde ist immer noch nicht in Sicht. Der ins Auge gefasste Bau auf dem Kirmesplatz ist schon vor einiger Zeit mit Hinweis auf hohe Kosten nicht weiter verfolgt worden, hieß es. Nicht selten huschten jetzt Menschen in ihrer Not hinter die Container für Papier und Flaschen. „Ein unhaltbarer Zustand“ sei auch dies. Wer sich auskenne, der besucht die Toiletten auf dem Voerder Friedhof. Die seien aber nur von montags bis donnerstags in der Zeit von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet, also am Wochenende geschlossen. Warum das so ist, machte Wolfgang Schrey deutlich. Der Voerder Friedhof sei zwar städtisch, aber das Gebäude, in dem die Toiletten untergebracht sind, sei im Privatbesitz. Die bestehenden Öffnungszeiten seien vor Jahren bei der Übernahme des Friedhofes durch die Stadt vertraglich so geregelt worden.

Zu Beginn der Veranstaltung „SPD vor Ort“ betonte die Ennepetaler SPD-Vorsitzende Dr. Petra Kappe, dass die Toiletten-Situation in Voerde auch weiterhin Thema der Sozialdemokraten bleibe. Sie wies auf das Engagement der Wahlkreisvertreter Günter Koretz und Harald Heuer hin.

Text: Hans-Joachem Schulte

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